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Rezension: „Magisterium – Der Weg ins Labyrinth“ – Holly Black & Cassandra Clare

15 Nov

Magisterium

Magisterium – Der Weg ins Labyrinth
Jugendbuch
Erschienen: 14.11.14
336 Seiten
Hardcover
€ 14,99
ISBN: 978-3846600047

Bastei Lübbe

 

 

 

 

Tolle Idee – leider so viel Potential verschenkt!

Der 12-jährige Callum, kurz genannt Call, ist der typische Antiheld. Er hat was sein Leben betrifft, nicht gerade in den Glückstopf gegriffen. Seine Mutter, die er bereits im Babyalter verlor, durfte er nie kennen lernen. Und wäre das nicht schon Strafe genug, so muss er sich außerdem noch mit einer Behinderung rumärgern. Eines seiner Beine wurde im Babyalter zertrümmert und ist seit dem deformiert und nicht voll belastungsfähig. Da ist es ja wohl klar, dass man auf der Beliebtheitsskala in der Schule nicht gerade auf den vorderen Plätzen landet. Doch alles ändert sich, als Call eine Einladung für den Eignungstest zur Aufnahme ins Magisterium bekommt. Durch seinen Vater, der einst im Magisterium ausgebildet wurde, weiß Call, dass das Magisterium böse und gefährlich ist. Call gibt sich alle Mühe durch sämtliche Tests durchzufallen und so schneidet er von allen Kandidaten am schlechtesten ab. Er glaubt sich schon in Sicherheit, doch ausgerechnet der mächtige Master Rufus erwählt ihn zum Schüler und Call hat keine Wahl, er muss ins Magisterium. Was wird ihn dort erwarten?

Der Prolog des Buches hat mich sofort in den Bann gezogen. Man wird augenblicklich an einen spannenden Schauplatz geworfen und am Ende mit vielen Fragezeichen stehen gelassen. Man geht unheimlich neugierig und gespannt ins erste Kapitel. Doch da angekommen, stürzt die Spannungskurve in die Tiefe. Die Geschichte plätschert so dahin und kommt nicht an die Qualität des Prologs heran. Man muss sich beim Lesen unheimlich konzentrieren um nicht abzudriften,  was aber eher auf den kindlichen Schreibstil zurückzuführen ist. Erst ab Kapitel 5 wird es langsam besser und ich konnte mich auch an den Schreibstil gewöhnen, sodass er mir ab Kapitel 6 nicht mehr negativ aufgefallen ist.

Sehr schade aber finde ich, dass die Charaktere zu wenig Raum bekommen, den sie eigentlich benötigen um beim Leser etwas zu bewegen. Sie bleiben bis zum Ende viel zu blass. Auch das Magisterium als Schauplatz, wird viel zu unscharf gezeichnet. Ich sehe da so viel ungenutztes Potential in der Geschichte. Man hätte was phänomenales daraus machen können.
Weil es der erste Band einer 5-teiligen Reihe ist, hoffe ich sehr, dass in den nächsten Bänden dieses Potential genutzt wird, die Bücher umfangreifer werden und die Charaktere mehr Tiefe bekommen.

Da sich das Buch in den letzten Kapiteln zum wahren Pageturner entwickelt, konnte es mich trotz der vielen Schwachstellen überzeugen. Dank des Cliffhangers am Ende, freue ich mich schon auf Band 2.

Fazit:

Tolle Idee, nur leider zu wenig ausgereift! Weswegen ich gute 3 Schokoerdbeeren vergebe.

 

 

 3

 

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Rezension: „Hexengesicht“ – Heike Schulz

14 Sep

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (15. August 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3862651819

ISBN-13: 978-3862651818

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

 

 

 

 

In 3 Worten: Spannend, mysteriös und zu 100% lesenswert!

Josephines Vorfreude auf die Klassenfahrt nach Walnik ist groß. Als die Klasse jedoch den Ort erreicht, stellt sich heraus, dass das Ziel ein ziemlich ödes Kaff ist, in dem wohl keine Party steigen wird. Josephine alias „Die Diva“ ist gar nicht mehr begeistert und als dann noch die Zimmer eingeteilt werden und sie nicht mit ihren Freundinnen, sondern mit der sonderbaren Tamara ihr Zimmer teilen muss, ist die Stimmung bei Josephine vollens im Keller. Die beiden Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein. Josephine hat reiche Eltern, jede Menge modische Klamotten, Make-up und Glamour – ihr Aussehen und ihr Ruf sind ihr das wichtigste! Tamara hingegen ist in den Augen der anderen der absolute Freak, mit ihren esoterischen Klamotten, dem Fledermausbeutel und den Schnabelschuhen.
Der Ort Walnik ist dafür bekannt, dass er im Mittelalter zur Hochburg der Hexenvefolgung wurde und so sucht sich die Klasse als erste Sehenswürdigkeit die die Walniker Burg aus. Josephine und Tamara seilen sich unabhängig voneinander von der Klasse ab und landen zufällig beide in der gegenüberliegenden Kirche. Dort machen sie eine mysteriöse Entdeckung – ein Gemälde einer Frau, welche plötzlich ihren Blick den Mädchen zuwendet. War das eine Sinnestäuschung? Was hat das zu bedeuten? Hier beginnt ein spannendes Abenteuer für Josephine und Tamara, voller Überraschungen und Erkenntnissen….

Der äußerst gelungene Prolog, zieht einen sofort in den Bann der Geschichte und man ist vom ersten Moment an gefesselt. Durch den flüssigen Schreibstil von Heike Schulz bekommt man augenblicklich Zugang zu diesem Buch. Sie umschreibt alles sehr lebhaft und lässt somit mit Leichtigkeit ein wunderbares Kopfkino vor dem inneren Auge entstehen.

Die Erzählperspektive wechselt sich zwischen Tamara und Josephine ab, was der Geschichte Frische verleiht und sie spannender macht. Besonders gut hat mir die Entwicklung der Figuren gefallen und dass es dem Roman an nichts fehlt. Ich war das eine oder andere Mal wirklich positiv überrascht, vor allem darüber in welche Richtung sich die Story immer wieder entwickelt hat. Ein weiterer Pluspunkt ist die gewählte jugendliche Sprache, welche die Dialoge noch authentischer wirken lässt.

Ich kann der Autorin zu diesem tollen Werk nur gratulieren, welches nicht nur für Jugendliche lesenswert ist. Die wunderschöne, aufwendige und liebevolle Gestaltung des Buches setzt zusätzlich ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

5