Rezension: „Morgen vielleicht“ – Jessica Soffer

4 Okt

morgen vielleicht

Morgen vielleicht – Jessica Soffer

ISBN: 9783036956251
384 Seiten, Hardcover
Preis: € 19,90
Verlag: kein&aber

Leise Töne mit emotionaler Wirkung

 

Für die 13-jährige Lorca gibt es nur eines: sie möchte ihre Mutter glücklich machen; koste es was es wolle! Doch bislang sind alle Versuche nach Anerkennung und Liebe gescheitert und so bleibt Lorca nur ein Ausweg um überhaupt etwas zu empfinden – sie verstümmelt sich selbst. Als Lorca ein intimes Gespräch zwischen ihrer Tante und Mutter belauscht, schwelgen die beiden gerade in schönen Erinnerungen und Lorca’s Mutter schwärmt von Masgouf, einem irakischen Gericht, welches ihr das Gefühl von Familie, Glück und Geborgenheit gegeben hat. Lorca kommt eine Idee, sie möchte das Rezept von genau diesem Masgouf finden, um es für ihre Mutter zu kochen. Also begibt sie sich auf die Suche und trifft dabei auf Victoria, einer älteren Dame, die das irakische Restaurant geführt hat, in dem Lorca’s Mutter Masgouf gegessen hat. Auch Victoria hat Probleme ihre Gefühle zu zeigen und so kommt es zwischen Lorca und Victoria zu einer ganz besonderen Begegnung. Wird Lorca es schaffen die Gefühle ihrer Mutter mit Masgouf zu erreichen? Und welche Rolle spielt dabei Victoria?

Als ich „Morgen vielleicht“ angefangen habe zu lesen, hätte ich nie mit solch einer tiefgründigen Geschichte gerechnet. Es behandelt ein solch emotionales Thema, welches einen zutiefst berührt. Jedoch erkennt man dies nicht auf den ersten Blick. Jessica Soffer weiß, wie sie den Leser mit geschickter Zurückhaltung erreicht. Es sind die kleinen Dinge, die in diesem Roman Raum bekommen. Und der Schreibstil der Autorin untermalt zudem die Gefühle eindrucksvoll.
Sehr gelungen finde ich die kapitelweise wechselnde Erzählperspektive, die einem nicht nur Einblicke in die Gegenwart gewährt, sondern auch in die Vergangenheit. Die Geschichte erhält dadurch viel mehr Tiefe und man bekommt ein besseres Verständnis für die verschiedenen Protagonisten.
Ich weiß nicht, ob ein anderes Buch mich jemals so direkt hat fühlen lassen, was in einem Charakter gerade gedanklich und vor allem emotional vorgeht. Die Autorin beweist mit diesem äußerst gelungenen Werk, dass man auch ohne viel drum herum etwas Großartiges erschaffen kann. Etwas, das noch lange im Gedächtnis bleibt und seine wahre Wirkung erst im Nachhinein entfaltet.
Fazit: 

schlicht, bewegend, tiefgründig, gnadenlos, berührend, emotional, großartig und noch vieles mehr. Man muss es gelesen haben, um es richtig fühlen zu können. Mein Highlight 2013!

5
 
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