Rezension: „Free“ – David Lama

4 Okt

Free

 

Free – David Lama

Erlebnisbericht

Preis: € 19,99
Hardcover
ISBN: 9783813503906
Seiten: 224
Verlag: Knaus

 

 

 

 

 

Free – Vom Sportkletterer zum Alpinisten

Wenn man mit gerade mal 19 Jahren schon so gut wie alles im Wettkampfklettern erreicht hat und auch am Fels viele schwere Sportkletterrouten gemeistert hat, was ist dann der nächste logische Schritt? Ein großer Alpinist zu werden! Und warum sollte man klein anfangen? Schließlich liegt der Reiz daran, etwas zu erreichen was bisher noch keinem Menschen gelungen ist. David Lama wollte der Erste sein, der den Cerro Torre in Patagonien im freien Stil klettert und so wurde ein neues Projekt geboren, welches David Lama so kommentiert:

„Es heißt, dass es unmöglich ist, den Cerro Torre über die Südostkante und die Kompressorroute frei zu begehen, und irgendwie ist für mich das Projekt damit bereits definiert.“

Man muss wissen, dass der Cerro Torre nicht irgendein Berg ist, sondern durch seine vorzuweisende Geschichte DER BERG schlechthin. Cesare Maestri’s Begehung 1970 hinterließ so große Spuren am Cerro Torre, wodurch die Alpinistenszene in Aufruhr geriet. Maestris Egotrip, diesen Berg um jeden Preis zu besteigen, glich einer Vergewaltigung. Er rammte mit seinem Kompressor Bohrhaken um Bohrhaken in den Fels, damit er die für ihn unmöglich zu kletternden Stellen technisch überwinden konnte. Sein komplettes Material mitsamt Kompressor blieb am Cerro Torre zurück, was kontrovers zu der reinen Ethik der Alpinisten steht, am Felsen keine Spuren zu hinterlassen. Man kann sich vorstellen, dass seit dem jeder Schritt am Cerro Torre wachsam von der Alpinistenszene verfolgt wird. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch David Lama in diese Schusslinie hinein geriet.

David Lama beschreibt in seiner Autobiographie seine Erlebnisse in Patagonien am Cerro Torre, welche Fehler er begangen hat und wie er daraus gelernt hat. Der Berg hat nicht nur physisch alles von ihm abverlangt, auch psychisch wurde er auf eine harte Probe gestellt.

Es ist beeindruckend zu lesen, wie David Lama diesen schwierigen Weg trotz allem Spott gemeistert hat, wie er sein Ziel nie aus den Augen verloren und nicht aufgegeben hat bis das Unmögliche möglich wurde.

Reinhold Messner kommentiert dieses Gelingen so:

„Die Entwicklung des Bergsteigens war, ist und bleibt, Grenzen zu verschieben: Was vor zehn Jahren unmöglich war, kann möglich werden. David Lama hat den Cerro Torre 2012 frei geklettert – ich hätte das vor zehn Jahren noch für unmöglich gehalten.“


Fazit:
Es ist ein ehrliches Buch, in dem der Leser die persönliche Entwicklung von David Lama hautnah miterlebt. Dieser Berg hat ihn verändert und ihn zu einem wahren Alpinisten gemacht. Es liest sich gut und ist auch für den Laien verständlich geschrieben. Auf jeden Fall empfehlenswert!

 

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