Rezension: „Madame Bovary“ – Gustave Flaubert

11 Jul

                                           
978-3-596-90230-9
 
Taschenbuch
Preis € (D) 9,50 | € (A) 9,80 | SFR 14,50
ISBN: 978-3-596-90230-9
Verlag: Fischer

 

 

Ein Klassiker der französischen Literatur

Als der junge Landarzt Charles Bovary zu einem Hausbesuch auf einen Bauernhof gerufen wird, begegnet er einer wunderhübschen, reizenden Dame; Emma die Tochter des Patienten. Er ist von ihr entzückt und lernt sie bei seinen vielen Hausbesuchen besser kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Auch Emma fühlt sich zu Charles hingezogen und so kommt es, dass Charles Emma heiratet.

Mit der festen Überzeugung von purer Romantik und prunkvollem Luxus, wie Emma es aus ihren geliebten Romanen kennt, beginnt sie mit hoffnungsvoller Vorfreude ihr neues Leben an der Seite von Charles Bovary.

Doch das für Emma anfänglich reizvolle Gefühl ihres neuen Lebens, verflüchtigt sich wie eine eben gefangene Schneeflocke in der Hand. So wird sie ihres Mannes Gegenwart bald überdrüssig und der einfach gestrickte Charles ahnt nichts von den dunklen Gedanken seiner Frau. Emma verfällt in tiefe Depressionen und auch ein Umzug lässt die Hoffnung auf Besserung verwelken. Als Emma schwanger ist gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer, doch auch der Anblick der neugeborenen Berthe kann Emma nicht von ihren Dämonen befreien.

Durch ihren getrübten Sinn für die Realität, aus dem auch die Verachtung für Charles entspringt, begibt sich Emma von einer Liebesaffäre zur nächsten. Bei beiden glaubt Emma die wahre Liebe gefunden zu haben, aber sie wird jedesmal enttäuscht, was ihre psychische Verfassung nur noch verschlimmert. Auch ihre übertriebene Luxussucht kann ihr auf Dauer keine guten Gefühle verschaffen. Das tragische Ende ist vorprogrammiert.

Was mir besonders an dem Buch gefallen hat, war der schöne und flüssige Schreibstil von Flaubert. Er beschreibt sehr eindrucksvoll und metaphorisch. Die einzelnen Protagonisten erwachen vor dem inneren Auge zum Leben, wobei mich die Einfältigkeit von Charles und die Naivität von Emma doch manchmal auch genervt hat. Die stellenweise langgezogenen Passagen, haben so manchen Lesefluss leider den Wind aus den Segeln genommen und so wurde das Buch dann doch etwas langatmig. Gegen Ende steigt das Tempo aber nochmal rasant an und man kann es dann nicht mehr aus der Hand legen.

Es ist auf jeden Fall ein sehr interessantes und auch imposantes Buch, welches man definitiv gelesen haben sollte. Jedoch muss man sich darauf einstellen, sich Zeit nehmen und den richtigen Moment für diese etwas schwerere Lektüre wählen.

Ein gewagtes, aber gelungenes Werk von Gustave Flaubert, welches zu seiner Zeit für Furore gesorgt hat

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